Pony putzen gehört zu den schönsten Momenten im Stallalltag: Nähe zum Tier, kleine Erfolgserlebnisse und die Chance, Verantwortung zu übernehmen. Doch es ist weit mehr als nur „Schmutz entfernen“. Richtiges Putzen stärkt die Bindung zwischen Kind und Pony, fördert das Körpergefühl des Tieres und schafft einen sicheren Start in die Reitstunde.
In diesem Artikel findest du eine kinderfreundliche, klare Schritt-für-Schritt-Anleitung, ergänzt durch kritische Hinweise für Eltern, praktische Tipps und wertvolle Erfahrungen aus dem Stallalltag.
Warum Putzen so wichtig ist
Bevor ein Pony gesattelt oder geritten wird, muss es geputzt werden. Das schützt nicht nur das Tier vor Druckstellen und Schmerzen, sondern hilft Kindern auch, das Pony besser kennenzulernen. Sie spüren, wie es reagiert, wo es kitzlig ist und wo es empfindlich bleibt.
Doch: Viele Ställe lassen Kinder zu früh selbstständig putzen oder geben ihnen zu wenig Anleitung. Das birgt Risiken – für das Tier und für das Kind. Darum ist eine klares, gut strukturiertes Vorgehen wichtig, besonders für kleine Reitanfänger*innen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So putzen Kinder ein Pony richtig
1. Vorbereitung: Sicherheit geht vor
Bevor es losgeht, müssen Kinder und Eltern ein paar Dinge beachten:
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Pony anbinden – immer mit einem Panikhaken oder unter Aufsicht.
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Die Putzkiste bereitstellen.
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Schauen, ob der Putzplatz sicher ist: keine herumliegenden Halfter oder Eimer, glatte Flächen vermeiden.
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Kinder daran erinnern, nicht direkt hinter dem Pony zu stehen.
Ein guter Stall erklärt Kindern diese Regeln spielerisch – aber deutlich.
2. Begrüßung des Ponys
Kinder sollten das Pony zunächst begrüßen:
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ruhig sprechen
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von vorne nähern
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kurz über die Schulter streicheln
Das schafft Vertrauen und zeigt dem Pony: „Ich meine es freundlich.“
3. Mit dem „Striegel“ starten – der grobe Schmutz muss weg
Der Striegel ist ein gummierter oder Plastik-Kreis, mit dem man lockere Erde und Staub löst.
So funktioniert’s:
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nur auf muskulösen Körperstellen benutzen
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kreisende Bewegungen
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niemals am Kopf, an den Beinen oder an der Wirbelsäule
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immer mit leichtem Druck, aber ohne Schrubben
Tipp für Eltern:
Viele Kinder striegeln zu zaghaft aus Angst, dem Pferd weh zu tun. Dabei tut ein korrekt eingesetzter Striegel dem Pony gut – er massiert und löst Schmutz.
4. Mit der Kardätsche alles glattstreichen
Die Kardätsche entfernt den gelösten Staub und pflegt das Fell.
Wichtig:
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lange, glatte Bewegungen
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in Fellrichtung
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immer nach jedem Striegel-Kreis drübergehen
Kinder merken hier oft schnell: „Wow, das Pony glänzt!“
5. Hufauskratzer – der Teil, der besonders wichtig ist
Jetzt wird es ernst – und hier brauchen Kinder Aufsicht.
Hufauskratzer entfernen:
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Steine
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Dreck
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eingetretene Erde
Schrittweise:
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Pony am Bein entlang streichen
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leicht antippen oder Pony bitten, das Bein zu heben
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den Huf nur in Richtung der Spitze auskratzen (niemals zum Strahl hin stechen!)
Kritisch zu wissen:
Viele Ställe lassen Kinder Hufe auskratzen, bevor sie die richtige Technik beherrschen. Dabei besteht Verletzungsgefahr. Eltern sollten darauf achten, dass immer ein Erwachsener dabei ist.
6. Schweif und Mähne – vorsichtig entwirren
Kinder lieben diesen Schritt!
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Knoten vorsichtig lösen
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gerne mit einer Spezialbürste oder mit den Fingern beginnen
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niemals am Schweif direkt ziehen – das tut weh!
Ein ruhiger Umgang ist hier wichtig. Manche Ponys sind am Kopf oder Schweif empfindlich und zeigen das deutlich.
7. Feinarbeit: Kopf, Ohren, Beine
Für empfindliche Regionen eignen sich:
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weiche Bürsten
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kleine Kinderbürsten
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Schwämme
Diese Bereiche sollten nur sanft gereinigt werden. Kinder dürfen, aber müssen angeleitet werden.
8. Endkontrolle – bevor Sattel und Trense kommen
Kinder sollten lernen, bewusst hinzuschauen:
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Sind noch Schlammkrusten vorhanden?
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Ist der Rücken frei von Dreck, der scheuern könnte?
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Sind die Hufe sauber?
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Wirkt das Pony entspannt und zufrieden?
Dieser Blick schult Wahrnehmung und Verantwortungsgefühl.
Mehrwert: Was Kinder beim Putzen wirklich lernen
Pony putzen ist nicht nur Pflichtprogramm. Es ist eine wertvolle Lernzeit.
✓ Geduld üben
Nichts geht schnell – und das ist gut so.
✓ Verantwortung übernehmen
Ein Pony kann sich nicht selbst putzen. Das Kind lernt: Ich kümmere mich.
✓ Pferdesprache verstehen
Ponys kommunizieren mit Ohren, Schweif und Körperspannung.
Kinder lernen:
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Warnsignale
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Wohlfühlmomente
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Respektvollen Umgang
✓ Selbstbewusstsein entwickeln
Viele Kinder strahlen, wenn sie es schaffen, ein ganzes Pony alleine sauber zu bekommen.
✓ Motorik & Koordination
Feine Bewegungen, richtige Haltung, Kraftdosierung – Putzen ist Trainingszeit!
Erfahrungen von Eltern – was sie häufig berichten
1. Schüchterne Kinder öffnen sich
Stilles Putzen bietet eine ruhige Möglichkeit, Nähe aufzubauen – ohne Leistungsdruck.
2. Unruhige Kinder werden plötzlich konzentriert
Das Pony gibt sofort Rückmeldung. Wenn das Kind hektisch ist, wird es unruhig – wenn das Kind langsam wird, entspannt sich das Pony.
3. Kinder sind stolz auf ihre Arbeit
Ein frisch geputztes Pony = ein sichtbarer Erfolg.
4. Nicht jeder Stall nimmt sich Zeit
Viele Eltern berichten, dass Kinder gehetzt putzen müssen. Ein Stall, der Zeit gibt, ist Gold wert.
5. Putzen ist Bindungszeit
Für viele Kinder ist das Putzen der Lieblingsmoment am Pferd – noch vor dem Reiten.
Fazit: Pony putzen ist viel mehr als Fellpflege
Richtiges Putzen:
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stärkt die Beziehung zwischen Kind und Pony
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fördert Achtsamkeit und Selbstbewusstsein
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beugt Verletzungen und Reibungen vor
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schafft einen sicheren Start in jede Reitstunde
Aber: Kinder brauchen Anleitung. Ein guter, sauberer Stall sorgt dafür, dass Putzen nicht zur Pflichtübung wird, sondern zu einer wunderschönen Erfahrung voller Nähe, Ruhe und kleinen Erfolgsmomenten.
FAQ – Pony putzen: Häufige Fragen
Wie lange sollte ein Kind zum Putzen brauchen?
10–20 Minuten reichen völlig – je nach Verschmutzung und Erfahrung.
Dürfen Anfänger*innen Hufe auskratzen?
Nur mit Aufsicht. Es ist wichtig, die richtige Technik früh zu lernen, aber Sicherheit geht vor.
Wie oft sollte ein Pony geputzt werden?
Vor und nach jeder Reitstunde – und bei schlechtem Wetter auch mal zwischendurch.
Welches Putzzeug brauchen Kinder wirklich?
Striegel, Kardätsche, Hufkratzer, eine Bürste für den Kopf/Scheif und ggf. ein Schwamm. Mehr ist für den Anfang nicht nötig.
Kann man ein Pony „zu viel“ putzen?
Eigentlich nicht – außer man schrubbt zu stark oder reizt empfindliche Stellen. Sanft und gründlich ist ideal.







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